Allgemeine Infos zur BR 230/180/371/372

1976 wurde die Elbtalstrecke von Dresden nach Bad Schandau und Schöna elektrifiziert. Ende 1986 folgte das restliche verbliebene Streckenstück bis zur tschechischen Grenze mit dem in der DR üblichen Stromsystem 15 kV/ 16 2/3 Hz Wechselstrom. Von tschechischer Seite aus hing bereits der Fahrdraht und zwar mit dem Stromsystem 3 kV Gleichstrom. Beide Bahnverwaltungen einigten sich darauf, eine Zweisystemlok, welche für beide Stromsysteme einsetzbar ist, zu bauen. Dadurch konnte die Zeit für ein aufwendiges und umständliches Umspannen der Züge in Decín, Bad Schandau oder Prag vermieden werden.

Den Zuschlag zum Bau der Lokomotive erhielten die Skodawerke in Pilsen, die bereits für die CSD Zweifrequenz-Lokomotiven gebaut hatten und hier auf ein umfangreiches Know how zurück greifen konnten. Vorgesehen war eine Bo’Bo’ Zweisystemlok mit einer Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h. Die Ausrüstung der elektrischen Teile des 16 2/3 Hz Aggregates wurde von der Industrie der damaligen DDR übernommen.
Am 25.2.1988 traf dann die 230 001 in Dresden ein, von wo aus sie sofort einen umfangreichen Probeeinsatz aufnahm. Hierbei wurde die Lok hauptsächlich vor Reise- und Güterzügen zwischen Dresden, Berlin und Decín eingesetzt.
Am 20.2.1991 erfolgte dann die Serienlieferung mit der 230 002 und endete bei der Loknummer 230 020 am 28.4.1991.

Nach dem Zusammenschluß von DR und DB erhielten die Loks im neuen Nummernsystem die Bezeichnung BR 180 001- 020. Liebevoll wird die BR 180 als Knödelpresse und die BR 372, die tschechische Version der BR 180 als Manischka, ein Mädchenname, bezeichnet. Die Loks haben eine Leistung von 3260 kV, wiegen 84 Tonnen, haben eine LüP von 16800 mm und laufen 120 km/h. Die selben technischen Daten gelten für die BR 372 001-015.

Heute sind alle Loks der BR 180 im Bahnbetriebswerk Dresden, die der BR 372 im Depot Decín beheimatet. Planmäßiger Streckeneinsatz der BR 180 erfolgt auf der Elbtalstrecke zusammen mit der BR 372 vor dem Eurocity und vor allem auf der rollenden Landstraße. Weiterhin finden Sie die BR 180 vor Interregio, Eurocity und Intercity nach Leipzig und Berlin sowie von Berlin aus die 180 mit dem EC über Frankfurt/ O. nach Polen.

Da heute vielerorts die Streckengeschwindigkeit auf 160 km/h hochgesetzt wurde, können die 120 km/h schnellen Loks nicht mehr so wirtschaftlich eingesetzt werden, wie vorgesehen.
Deshalb wurde die 180 001 im November 1993 vom Hersteller Skoda in Pilsen auf 160 km/h umgerüstet. Am 25.1.1996 wurde die BR 180 001 im BZA Minden für 160 km/h zugelassen. Die Serienmaschinen werden jedoch nicht nachgerüstet, weil die Kosten zu hoch sind. Die Baureihe 372 wird anders als ihre deutschen Schwestern für 160km/h ertüchtigt, wobei gleichzeitig eine Umnummerierung in BR 371 erfolgt.

manuelle Verdrahtung des Dekoders

Aufgrund der Beschreibungen in verschiedenen Modellbahn-Foren (hier und hier) habe ich mich entschlossen, den Dekoder manuell zu verdrahten.

Die Austauschplatine von PIKO werde ich nicht mehr bekommen, also geht es los wie bei den noch älteren Loks.

  1. Gleisstrom (rot/schwarz) von den Radsätzen kommend wird ja auch die platine geführt und wird von mir an der Seite abgenommen, wo der Dekoder unterhalb der Leiterplatte deponiert wird.
  2. für die Motor-Ansteuerung müssen zunächst auf der Rückseite der Platine die Spulen und der Kondensator entfernt werden. Danach erfolgt die Verkabelung direkt vom Dekoder auf die beiden Pole, wo vorher der Kondensator angelötet war.
  3. Beleuchtung: Hier kommt es nun ganz darauf an, welche Platinen-Variante man in seiner Lok verbaut hat. Wenn lediglich 2 Kabel zu den Beleuchtungs-Platinen gehen (Gelb/blau), dann muss man auf der Beleuchtungs-LED-Platine 3 Leiterbahnen durchtrennen, Brücken löten und die roten LED aus- und einlöten, um die Polung zu drehen. Wer bereits 3 Kabel zur Beleuchtungs-Platine verlaufen hat, hat es einfacher. Denn mit den Digital-Dekodern gibt es natürlich keine Umpolung.

Details folgen ...